Calcium · Magnesium · Hartgewebe
Diese Seite hält fest, wie die harte Substanz von Skelett und Gebiss aufgebaut ist, welche Mengen dabei genannt werden und in welchem Wortlaut die europäische Liste die beiden Mengenelemente führt.
Zum BefundEin Oberschenkelknochen trägt beim Gehen ein Vielfaches des Körpergewichts, ohne dass sich seine Form dabei messbar ändert. Möglich wird das durch eine Bauweise, die zwei sehr verschiedene Materialeigenschaften in einem Gewebe zusammenführt.
Der Schaft eines langen Knochens besteht aus einer dichten Außenwand. In ihr liegen zylindrische Einheiten, die sich in Längsrichtung anordnen — jede mit einem zentralen Kanal, in dem ein Gefäß verläuft. Diese kompakte Substanz stellt etwa vier Fünftel der gesamten Skelettmasse. An den Gelenkenden geht sie in ein feinmaschiges Bälkchenwerk über, das nur ein Fünftel der Masse ausmacht, aber ein Vielfaches der inneren Oberfläche besitzt.
Die Ausrichtung dieser Bälkchen ist nicht zufällig. Sie folgt den Linien, entlang derer Druck- und Zugkräfte durch das Gelenk laufen. Röntgenaufnahmen eines Oberschenkelkopfes zeigen dieses Muster deutlich: Material liegt dort, wo Kraft anliegt, und fehlt dort, wo keine anliegt.
Im mineralisierten Gewebe sitzen Zellen, die während der Bildung eingeschlossen wurden. Sie liegen in winzigen Hohlräumen und stehen über feine Ausläufer miteinander in Verbindung. Verformt sich der Knochen unter Last um Bruchteile eines Millimeters, verschiebt sich die Flüssigkeit in diesem Kanalsystem. Die Zellen nehmen diese Strömung wahr und geben Signale an die Zellen der Oberfläche weiter, die Substanz abbauen oder neu anlagern.
Daraus ergibt sich ein Gewebe, das sich fortlaufend an seine mechanische Beanspruchung anpasst. Wo Belastung wegfällt — etwa bei längerer Bettruhe — nimmt der Mineralanteil in den betroffenen Abschnitten ab; kehrt die Belastung zurück, kehrt auch der Aufbau zurück.
Die Festigkeit gegen Druck stammt aus der mineralischen Phase, einem calciumreichen Phosphatkristall. Die Widerstandsfähigkeit gegen Zug stammt aus den Eiweißfasern, in die diese Kristalle eingelagert sind. Magnesium findet sich in geringerer Menge, aber an einer bezeichnenden Stelle: größtenteils an der Grenzschicht zwischen Kristall und umgebender Flüssigkeit.
Für beide Elemente hat die Europäische Kommission je einen Satz zum Knochen freigegeben. Calcium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Beide Sätze gelten jeweils für sich und wurden getrennt geprüft.
Bis 2012 durfte in der Europäischen Union jeder Anbieter selbst formulieren, was ein Nährstoff im Körper tut. Seither gilt eine geschlossene Liste: Nur wer einen der dort verzeichneten Sätze verwendet, darf auf einem Lebensmittel oder einem Nahrungsergänzungsmittel überhaupt von einer körperlichen Funktion sprechen. Alles andere ist unzulässig, auch wenn es fachlich richtig wäre.
Der Weg dorthin führte über Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Diese prüfte für jedes Paar aus Stoff und Funktion, ob die vorgelegte Literatur den behaupteten Zusammenhang trug. Aus mehreren tausend eingereichten Vorschlägen blieb eine vergleichsweise kleine Zahl übrig; sie steht seit 2012 im Anhang der Verordnung.
Zwei Einschränkungen gehören zu jedem dieser Sätze. Erstens gelten sie für die allgemeine Bevölkerung ohne ärztliche Diagnose, nicht für eine bestimmte Person und nicht für ein Krankheitsbild. Zweitens sind sie an eine Mindestmenge gebunden: Ein Erzeugnis darf den Satz nur tragen, wenn es je Portion einen festgelegten Anteil des Referenzwerts liefert. Fehlt diese Menge, fällt auch die Erlaubnis zur Aussage weg.
Diese Webseite zitiert die betreffenden Sätze im Wortlaut und macht kenntlich, welcher Satz zu welchem Element gehört. Ergänzende Erläuterungen im Fließtext sind Beschreibung des körperlichen Vorgangs und keine weitere Angabe im Sinne der Verordnung.
Calcium wird im Organismus in Kilogramm gerechnet, Magnesium in Gramm. Beide erscheinen dennoch im selben Abschnitt der EU-Liste. Die folgenden Felder halten getrennt fest, was zu jedem Element dokumentiert ist.
Der Erwachsenenkörper enthält größenordnungsmäßig ein bis anderthalb Kilogramm Calcium. Der weitaus größte Teil davon liegt nicht gelöst vor, sondern als Bestandteil eines Phosphatkristalls, der zusammen mit Eiweißfasern die harte Substanz von Skelett und Gebiss bildet. Nur ein sehr kleiner Rest zirkuliert im Blut und in der Gewebeflüssigkeit.
Milchprodukte, einige Kohlarten, Sesam und calciumreiche Mineralwässer zählen zu den ergiebigen Quellen. Als Bezugsgröße der Nährwertkennzeichnung nennt die EU 800 mg je Tag.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Vom Magnesiumbestand eines Erwachsenen — er bewegt sich im Bereich weniger Dutzend Gramm — liegt gut die Hälfte im Hartgewebe. Ein Teil davon ist in das Kristallgitter eingebaut, ein weiterer Teil haftet außen an. Genau diese äußere Bindung hat eine Folge, die sich im Labor beobachten lässt: Wo Magnesium anliegt, wachsen die Kristalle langsamer und bleiben kleiner, wodurch die Gesamtoberfläche des Minerals größer ausfällt.
Kürbiskerne, Weizenkleie, Nüsse, Haferflocken und dunkle Schokolade gehören zu den gehaltvollen Lieferanten. Die Kennzeichnung bezieht sich auf einen Tageswert von 375 mg.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Wer die Herkunft der Zahlen nachlesen möchte, findet sie in der ausgearbeiteten Fassung: Messverfahren hinter den Prozentwerten, Zufuhrempfehlungen nach Lebensphase gestaffelt, Gehaltstabellen für einzelne Portionen und die Verordnungstexte im Original.
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